An einem frühen Morgen im Oktober erreichte ich in Cuxhaven den Liegeplatz des Feuerschiffes Elbe 1. Durch einen glücklichen Umstand durfte ich die "Bürgermeister O'swald II" auf einer Fahrt zur Hochseeinsel Helgoland begleiten, auf der ich dann ein verlängertes Wochenende verbringen würde. Ein stetiger, frischer Ostwind bließ mir seine herbstliche Frische entgegen, und hinter dem Feuerschiff stieg die Sonne unter einer schleiernden Wolkendecke nur träge empor. Die ersten Sonnenstrahlen erreichten mich zwar, ihre wärmende Wirkung war allerdings auf dem langen Weg in den Hafen verloren gegangen. Mit meinem Kamera Equipment begab ich mich also an Bord, und nur wenig später legten wir bereits ab. So ging es gemächlich hinaus in die Nordsee, dem Tag und Helgoland entgegen.
Das Feuerschiff selbst ist eigentlich schon ein "Oldtimer" auf der Nordsee, denn im Jahr 1943 fand bereits der Stapellauf bei der Mayer Werft in Papenburg statt, und von 1948 bis 1988 verrichtete es seinen Dienst als letztes bemanntes Feuerschiff "Elbe 1"" vor der Elbmündung. Der Schiffsrumpf besteht aus Stahl, seine Form erinnert aber noch stark an die Schiffe aus der Zeit der Windjammer. Von dem Schiffsdieselmotor mit seinen bescheidenen 650 PS sind natürlich keine besonderen Geschwindigkeiten zu erwarten, aber als Feuerschiff mit festem Standort auf See spielt die Fortbewegung an sich auch nur eine untergeordnete Rolle. Dementsprechend lange befanden wir uns auch auf See, wodurch sich mir die Gelegenheit für einige Fotografien ergab. Eine Auswahl davon findet sich in der hier folgenden Fotogalerie. Ahoi und viel Freude beim Betrachten!
Werdegang der "Bürgermeister O'swald II": Auftragsvergabe: 13. Februar 1939 / Kiellegung: 4. September 1941 / Stapellauf: 2. Juni 1943 / Probefahrt: 14. Oktober 1948 / Endgültige Abnahme: 15. Dezember 1948 / Außerdienststellung: 22. April 1988 / Museumsfeuerschiff in Cuxhaven: Ab 3.Juni 1990
Für die Position Elbe 1 wurde nach Außerdienststellung das unbemannte Feuerschiff "FS2" eingesetzt.
Bekannte Zwischenfälle: In der aktiven Zeit als Feuerschiff wurde die Bürgermeister O’Swald II mindestens 50x von fremden Wasserfahrzeugen gerammt. Sie gilt damit als das am häufigsten gerammte Feuerschiff in ganz Europa.
Der argentinische Frachter "Río Carcarañá" rammte das Feuerschiff im Jahr 1970. Die enormen Beschädigungen und der katastrophale Wassereinbruch hätten beinahe zum Untergang der "Bürgermeister O'swald II" geführt. Doch nach aufwändiger, aber erfolgreicher Reparatur, kehrte das Schiff bereits 7 Monate später wieder auf die Elbe 1 Position zurück.
Technische Daten: Länge über alles: 57,30 m / Breite: 9,55 m / Seitenhöhe: 6,05 m / Tiefgang: 4,72 m / Vermessung: 641 BRT / Verdrängung: 1000 t / Motorleistung: 480 kW / 650 PS
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