Eine alte Schmiede, abseits jeglicher Verkehrsrouten, ist durch angeblich ungeklärte Besitzverhältnisse zu einem vergesssenen Objekt geworden. Allein der Weg dorthin ist nicht ohne Gefahren zu beschreiten. Wilder, dichter Bewuchs verschiedener Pflanzenarten, rutschige, vermooste Oberflächen, welche auch bei längerer Trockenheit immer noch feucht sind, ein alter Baumbestand mit dichten Blattkronen, die Tageslicht nur sehr diffus durchdringt, all das lässt aus geringer Entfernung nicht einmal einen ungehinderten Blick auf das kleine, schiefe Gebäude zu. Erst unmittelbar davor stehend erkennt man die düstere Atmosphäre, die von diesem "Lost Place" ausgeht.
Pflanzen und Moos überwuchern das Dach und überbrücken so manche gebrochene Pfanne, keine der kleinen Glasscheiben an den Fenstern ist erhalten geblieben, das Giebelholz zeigt verschiedene Stadien der Vernachlässigung und die Eingangstür ist nicht mehr vorhanden. An den teilweise ungeschützten Ziegelsteinwänden nagt hartnäckig der Zahn der Zeit, und doch stemmen sie sich tapfer gegen ihren Verfall. Die Gebäudefront trägt einen extrem welligen und groben Putz, welcher von Moosen und Flechten dankbar besiedelt wird.
Im Inneren der alten Schmiede herrscht pures Chaos, welches sicher nicht allein dem Verfall geschuldet, sondern vorwiegend durch hemmungslosen Vandalismus entstanden ist. Man fragt sich zwangsläufig, welche niederen Beweggründe dies veranlasst haben.
Die gefährliche Baufälligkeit des Gebäudes wird erst auf den zweiten Blick hin sichtbar.
Schwere Maschinen, mit denen man vielleicht damals die Prägung der Gussplatten vorgenommen hat, stehen auf Grund ihres Gewichts noch unverschoben an ihrem Platz. Alles andere, wie verschiedene Kessel, Stahlkübel und eine Unmenge undefinierbaren Unrats liegen wild verstreut in der ehemaligen Werkstatt.
Der Raum, welcher mutmaßlich einmal als Büro gedient hat, ist durch aufgebrochene Schränke und Schubladen, zerfetzte Ordner und umher liegende Portfolio Broschüren völlig verwahrlost und kaum zu betreten.
Das Dach zeigt diverse Löcher, welche die Nässe ungehindert in die Werkstatt einlässt. Die Balken des Trägerwerks machen teilweise einen jämmerlichen Eindruck, und schaffen es wohl stark durchgebogen nur so gerade eben noch, einen Einsturz zu verhindern. Es riecht feucht und muffig, und über allem liegt ein zarter Geruch von Maschinenöl, welches bis zuletzt die Fertigung der massiven Gussplatten ermöglicht haben mag, und im Laufe der Zeit mit dem Werkstattboden eine untrennbare Verbindung eingegangen ist. Es ist zu erahnen, dass hier mittlerweile auch die Umwelt nach außen hin in Mitleidenschaft gezogen wird.
Es ist traurig und teilweise erschreckend, wie wir manchmal mit unserer eigenen Geschichte umgehen. Hier, in dieser alten Schmiede, verliert der Mensch die Wertigkeit seiner Entwicklung und zeigt deutlich, was er von sich selbst hält. Sofern jemand ganz für sich so mit sich umgeht, ist das eine Sache. Aber hier, in der verfallenen Schmiede, überträgt er seine Gesinnung auf die gesamte Menschheit, die Tierwelt und die Natur.
Fotografie Galerie (Bildvergrößerung durch Anklicken)
Auf einer meiner Mountenbike Touren durch die Wälder Rügens stieß ich plötzlich auf ein altes Fabrikgebäude, dass sehr verlassen wirkte. Bei genauerem Hinsehen bemerkte ich die offenen Tore und die zerspritterten Fenster. Das machte mich neugierig.
Meine Kamera, die mir auf den ersten 10 Kilometern Fahrstrecke irgnedwie ständig im Weg war, wurde jetzt unerwartet zum wichtigsten Objekt auf meiner gesamten Mountainbike Tour. Das sie mir gerade noch als lästiges Anhängsel bein Fahren erschien, war im Nu vergessen.
Fotografie Galerie (Bildverrgößerung durch Anklicken)
Beton in Hülle und Fülle, Enge und Dunkelheit, verwahrlostes Innenleben, unbequeme Landschaftsartefekte, Zeichen des menschlichen Größenwahns und der Angst - Bunker sind Mahnmale, die jeder schon irgendwo gesehen hat, aber leider nicht jeder Regierende als solche versteht. Vielleicht müssten diese unbelehrbaren Gesellen einmal dazu verdonnert werden, sich darin aufhalten müssen, während ein Stakkato an Granatfeuer auf sie niederprasselt. Wenn Betonteilchen und -staub wie in einer Sandstrahlmaschine durch den Bunkerraum fegen, trotz der dicken Mauern der Boden bebt, Querschläger vorbei kreischen, krepierende Projektile jeden Kalibers die Trommelfelle zermartern und dazwischen Befehlsgebrüll und Angstschreie durch die schmalen Gänge hallen. Immer begleitet von der Angst, dass eine verirrte Granate doch einmal den schmalen Weg durch die Sichtöffnnung findet und im Inneren des Bunkers für ewige Ruhe sorgt.
Der berühmt-berüchtigte Atlanikwall durchzieht auch heute noch, 80 Jahre nach Kriegsende in Europa, die Küsten vieler Länder. Gebaut angeblich für die Ewigkeit können aufmerksame Menschen heute erkennen, dass sich vielerorts die Natur ihr Land langsam, aber sicher, zurück holt. Die Zeit ist dabei der Natur ein stetiger Begleiter, und gemeinsam erobern sie annähernd alle Bunker gleichzeitig mit engelsgleicher Geduld.
Auf ihre Art ist die Natur ziemlich naiv. Glaubt sie tatsächlich, die Mennschheit hätte gelernt vom Gestern?
Fotografie Galerie (Bildvergrößerung durch Anklicken)
Verlassene Orte mit geschichtsträchtigem Hintergund oder einfach nur mit lokaler Bedeutung, aber immer mit dem Flair des Geheimnisvollen umwoben. Man sieht Spuren von Menschen, die sich aber lange schon zurückgezogen haben. Oftmals holt sich die Natur diese Orte langsam, aber stetig, wieder zurück.
Wer waren die Menschen, welche diese Orte einst erbaut, betrieben und schließlich zurückgelassen haben - und wie haben sie die Geschichte damit beeinflusst? Es sind Rätsel, die überwiegend wohl nie mehr vollständig gelöst werden können.
Fotografie Galerie (Bildvergrößerung durch Ankllicken)
All Images and Lyrics are © 2025 by Frank Thomas Arnhold