Januarwald

Ein Waldgebiet im Sauerland: Neben eindeutigen Beweisen für die Anwesenheit von Zivilisation gibt es immer noch Gebiete darin, die uns eine unberührte Natur suggerieren. Dort, wo die Natur sich ihrer Selbstverwaltung überlassen wurde, schafft sie für uns uns auch im ungemütlichen Januar noch einzigartige Einblicke in das Leben. Stimmt dann auch noch das Licht steht der Jagd mit der Kamera nichts mehr im Wege. Selbst einem tristen Winterwald sind dann immer noch Restfarben zu entlocken, die wir bei einem flüchtigen Spaziergang nicht wahrnehmen.

 

Die meisten meiner Fotografien entstanden erst, nachdem ich einige Minnuten an dem jeweiligen Standort verweilt habe. Die Zurückhaltung des Waldes im Wintermonat Januar fotografisch aufzulösen, erfordert unbedingt die Auseinandersetzung mit dem, was man wahrnimmt. Ein Beispiel soll dies an dieser Stelle einmal verdeutlichen:

 

Nasses oder trockendes Buchenlaub zeigt sich im Farbspektrum von Rot- , über Braun-, bis hin zu Grautönen, je nachdem, wie alt es ist, ob es am Boden liegt, sich im vertrockneten Gras verfangen hat, oder noch im Astwerk verblieben ist, und ob das Licht vorrangig aus der Blickrichtung, seitlich oder von Vorn einfällt. Das Licht wiederum wird von der Art der Wolkendecke bestimmt, der Tageszeit, und ob es einen kargen oder dichten Bewuchs durchdringen muss. All das sind entscheidene Faktoren für das, was wir sehen. Dazu gesellen sich dann noch Düfte und Geräusche des Waldes und prägen zusätzlich noch unsere Wahrnehmung.

 

Schließlich müssen wir uns in Erinnerunng rufen, das dem Klumpen Technik in unserer Hand, der Kamera, dies alles völlig einerlei ist. Sie erzeugt lediglich wertfreie digitale Daten, welche dann das Bild ergeben. Es liegt nun im künstlerischen Geschick des Fotografen, dem Bild das Leben einzuhauchen, welches seiner Wahrnehmung am meisten entspricht. Macht er seine Sache gut, vermittelt die Fotografie diese Wahrnehmung auch dem Betrachter.

 

So lassen sie sich von meinen Fotografien inspirieren, den winterlichen Wald als lebenden Teil des Gesamtkunstwerks Natur wahrzunehmen. Denn er ist genauso präsent wie in anderen Jahreszeiten, vielleicht ein wenig leiser und zurückhaltender, aber immer noch großartig!