Bäume


Der Beginn als zarter, unscheinbarer Spross vielfältiger Flora

strecken sie sich alsbald dem Himmelsgewölbe entgegen.

Lernen ihr Dasein zu lieben als Fundament ihrer Bestimmung.

 

So entwickeln sie sich gemächlich zum Odem der Natur,

halten sich dabei fest an der Mutter, die ihnen das Leben schenkte.



Im Frühjahr mit dem Drang zur Lebendigkeit gesegnet,

kommen sie geduldig dem Himmel so nah.

Als Spiegel der Urkraft und Sinnbild der Schöpfung

formieren sie sich zu unseres Planeten Dach.



Ihr Wesen ist kraftvoll und doch so sensibel,

sie spenden Geschöpfen Schutz und Heim.


 

Gewaltig verwurzelt im Bogen der Erdkruste,

trotzen sie beharrlich des Klimas Launen.

 

Ihre ganze Herrlichkeit bringt der Sommer ans Licht.

 

Mit ihresgleichen bekommt das Geheimnisvolle Gestalt,

so wie sie Undurchdringlichkeit greifbar machen.

 


Der Herbst schließlich erweckt den Zauber ihrer Lebendigkeit,

in der sich die Weisheit der Vegetation versammelt.

Das Alter macht sie stärker denn je,

sie sind mit rechtem Stolz gesegnet.



Bieten beständig mit ihren Häuptern dem Sturm ihre Stirn,

obgleich das Licht liebkosend über ihre Arme gleitet,

bevor es als strahlender Vorhang den Erdboden berührt.



Geduldig erwarten sie ihre Wiedergeburt

Und stehen dem neuen Zeitenzyklus Spalier.

Wieder werden sie dann das Manna sein,

welches unser Leben lebenswert erhält.



So jovial unsere Selbstverständlichkeit der Dinge,

werden wir ihnen zu einem Fluch,

dessen Knechtung es kaum ein Entrinnen gibt.



Die Notwendigkeit ihrer Existenz bedarf

vielmehr unserer humanen Zuwendung,

um eine kleine Ewigkeit des Daseins zu schaffen.


All Images and lyrics are © by Frank Thomas Arnhold